Manfred Curry - Mitglied im Ammersee-Yacht-Club
Autor: Manfred E. Fritsche (13.07.2009)

Innovationen im Segelsport - eine Gegenüberstellung von Historie und Moderne

110 Jahre wäre er heuer alt geworden, der Mediziner, Erfinder, Autor, Wissenschaftler und vor allem der Segler Manfred Curry. Zu diesem Anlass eröffnete der Ammersee-Yacht-Club genau am Jahrestag seines 103-jährigen Bestehens am 4. Juli 2009 im alten Bootshaus in Riederau eine Ausstellung zu Ehren seines berühmtesten Mitglieds.

"Alle Segler kennen die ´Curry-Klemme´, eine doppelbackige Vorrichtung zum Festmachen einer Schot an Bord“ - so begrüßte der Vorsitzende des Ammersee-Yacht-Clubs, Dr. Harald Meyer, die vielen Gäste, die zur Eröffnung der Curry-Ausstellung auf das Clubgelände in Riederau gekommen waren. Meyer blickte in seiner Rede auf das ausgefüllte und erfolgreiche Leben des am 11. Dezember 1899 geborenen Manfred Curry zurück, dessen Vater Gründungsmitglied des AYC war.

Als Arzt beschäftigte sich der amerikanische Staatsbürger Curry mit Radiästhesie und Bioklimatik und gründete in Riederau eine Klinik. Als Segler jedoch war Curry wohl der Erste, der sich wissenschaftlich mit der Aerodynamik des Segelns und der Regattatechnik auseinander setzte. Sein 1925 erschienenes Buch „Die Aerodynamik des Segelns und die Kunst des Regattasegelns“ wurde mehrfach aufgelegt und in mehrere Sprachen übersetzt.

In der Ausstellung des AYC im alten Bootshaus waren historische und moderne Boote zu sehen, darunter die hervorragend restaurierte Z-Jolle "Aero II", die von Bjarne Aas in Norwegen 1938 gebaute 8-Meter-Rennyacht "Anne Sophie" sowie ein 12-Fuß-Dinghy. Mit derartigen Booten hatte Curry 1928 für die Vereinigten Staaten an den Olympischen Segelwettkämpfen teilgenommen. Die modernen Pendants dazu waren eine "International Mouth", ein von Klaus Röder 2003 konstruiertes L-Boot sowie ein ab dem Jahre 1995 gefertigter 49er.

Auf zahlreiche Schautafeln wurden neben der berühmten "Curry-Klemme" Currys weitere Erkenntnisse im Regattasport aufgezeigt, die er aus über 1400 Regattateilnahmen gewann. Die Curry-Bremse, durchgelattete Großsegel und überlappende Vorsegel - heute als Genua bezeichnet - waren nur einige von ihnen.

Yachtkonstrukteur Klaus Röder von Carpe Diem Yacht Design sprach Manfred Curry seine Bewunderung aus. Während heute eine Yachtentwicklung am Computer simuliert wird und oftmals 300 und mehr Testläufe erfolgen, blieb Manfred Curry damals nur der Versuch am fertigen Objekt. Röders Ansicht nach hätte Curry damals mit heutigem Material noch viel mehr Erfolge gehabt. Currys 20er-Rennjolle "AERO II" mit all den Details besticht durch die vielen, durch Regeln nicht verbotenen und damit für den Konstrukteur erlaubten Verbesserungen und war für die technischen Möglichkeiten der damalige Zeit ein Optimum.